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EIN ERFAHRUNGSBERICHT

WACHSENDE FREIE KREATIVITÄT
BEI PROFESSIONELLEN MUSIKERN
DURCH ERLERNEN DER TABLA
UND DES INDISCHEN RHYTHMUSSYSTEMS

Peter Fulda
PETER FULDA - Komponist, Pianist
studierte Klavier in Würzburg, Komposition in Köln
.

Neben Auftragsarbeiten für Solisten und Ensembles (u.a. Charlie Mariano, Benny Bailey, Würzburger Philharmoniker, NDR Bigband, Jerry Bergonzi, Bundesjazzorchester, Billy Hart, Joe Calderazzo, Sunday Night Orchestra) schrieb er mehrere umfangreiche Werke für eigene Ensembles und präsentierte diese auf zahlreichen Konzerten und Festivals im In- und Ausland sowie in Funk und Fernsehen.

Er veröffentlichte bislang 6 CDs unter eigenem Namen und wirkte bei vielen anderen als Komponist, Pianist oder Arrangeur mit.

Peter Fulda erhielt zahlreiche (auch internationale) Preise, zuletzt im Jahr 2000 den Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken

Peter Fulda ist Pianist und Komponist. Schon nach kurzer Zeit, als er begann das Tablaspiel zu erlernen, bemerkte er, dass sich in der freien Improvisation auf seinem Hauptinstrument, dem Piano, eine Tür zu größerer Freiheit öffnete. Er machte die Erfahrung, dass sich das rhythmische indische System unmittelbar positiv auf das Spiel auf dem Piano auswirkte. Nachstehend einige Einblicke bzw. Erfahrungen von ihm selbst:

Peter Fulda Trio
Peter Fulda Trio

Warum Tablaspielen gut für Musiker ist:

Ökonomie und Effizienz der nordindischen Musik (soweit ich sie eben jetzt kenne) werden jeden Musiker, der sich mit ihr beschäftigt, begeistern. Von ihrer Emotionalität und Ausdruckskraft will ich nicht sprechen, denn die kann erst mal fremd und unverständlich scheinen.

Da seit 3000 Jahren (oder länger?) die Improvisation in ihr eine wichtige Rolle spielt, hat die nordindische Musik ein Organisationssystem für Tonhöhe (Raga) und Impuls (Tala) entwickelt, das spontane musikalische Gebilde von enormer Komplexität und Ausdehnung ermöglicht. Ich bilde mir nicht ein, dieser Musik je auf den Grund zu gehen, aber bereits die Beschäftigung mit ihr über wenige Wochen hin hat meine eigene musikalische Sprache hörbar bereichert.

Und zwar:
die Struktur - gemeint sind Bausteine ("Motive") und Baupläne ("Prozesse") - selbst der einfachsten Anfängerübungen ist so schlüssig, organisch und potent, dass sie mir die Tür der "entwickelnden Variation" weit aufgestoßen hat: es ist mit einemmal nur noch ein geschmackliches Problem, eine kurze Improvisation über einen vorgegebenen Rahmen (z.B. Jazz-Standard) zu gestalten. Das Schöne ist, dass die Struktur von Raga und Tala ohne Reibungsverlust in unser gewohntes Ton- und Rhythmusmaterial greifen kann. Das klingt dann natürlich nicht wie "indische Musik" - soll's ja auch nicht, wär' ja albern. Vielmehr klingt es wie EURpäische bzw. afroamerikanische Musik von jemandem, der etwas klarer im Kopf ist.

Das Prinzip, alles was man spielt, auch sprechen zu können (Dha- tete terekete und so) macht Interpretation zu einer sehr einfachen Angelegenheit. Zwar gibt es (besonders im Raga-System) durchaus Ähnlichkeiten mit dem westlichen Solfege, der entscheidende Unterschied aber ist, dass Raga- und Tala-"Alphabet" eine organische Gewichtung der zu sprechenden Silben implizieren, da sie in Verbindung mit der Struktur der Musik stehen (die Matras im Tala, die melodic outline - weiß nicht, wie das auf indisch heißt - im Raga). Diese Verbindung kann man in westlicher Musik durchaus finden, aber nur wenn man will und sich vielvielviel Zeit nimmt und sich nicht um etablierte Terminologie schert.
Eigentlich kennt jeder Dirigent die Notwendigkeit, seine Bewegungen mit seinem Sprachzentrum zu verbinden ("Rechteck"). Aber im Westen macht man dann halt irgendwie tiii - tatatamnmmm- tatii" (Klassik) oder Dubadibapp -ahh" (Jazz), was immer irgendwie (sein wir freundlich) befangen klingt, während im Raga- und Tala-System eine vereinheitlichte Silbensprache für Präzision sorgt. Dass diese Präzision die Gefahr der Unfreiheit bergen kann liegt nahe, aber -hey -Freiheit muss man sich eh' die ganze Zeit erobern, gell?

Was mich von Anfang an fasziniert hat, ist die klangliche Vielfalt innerhalb eines Instruments. Das scheint ein indisches Prinzip zu sein. Die uns vertraute Suche nach einem idealen Klang auf dem Instrument (der natürlich persönlich sein darf in der Klassik, sein muss im Jazz) wird in der indischen Musik potenziert durch eine Vielzahl unterschiedlichster Klangfarben eines Instruments. Die Tabla ist insofern keiner Trommel des westlichen Kulturkreises vergleichbar - weder in Spieltechnik noch in Klangfarbenreichtum. Diese konkrete Einsicht in die Multidimensionalität eines Klangkörpers hat mir ebenfalls das Hirn ergötzlich durchgeblasen.

Außerdem macht mich an:

  • persönliche Disziplin
  • Wertschätzung der Musik
  • pragmatische Spiritualität
  • Veredelung aller musikalischen Parameter im Dienst des Ausdrucks
  • schöne Trommeln."

 

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